f2f

Konzept, Choreographie und Raum: Michael Langeneckert
Kostüme: Kerstin Neunes
Sounddesign: Michael Langeneckert unter Verwendung von Pan American, Dynamo, Phonophani, Mind over Midi, selectet ambient works und Ryuichi Sakamoto
Videoediting: Michael Langeneckert, Videoaufnahme: die Tänzerinnen
Assistenz und Unterstützung: Andreas Starr



„Ein Netz ohne personale Beziehung, ohne Verantwortung, ohne Verantwortungsbereitschaft, ohne Kontrolle der jeweiligen Geistesgegenwart kann man nicht sinnvoll nutzen. Im Übrigen ist alle Kommunikation auch abgehoben auf den Genuss der Anwesenheit des anderen. Warum setzen wir uns so gerne in die Kneipe, um mit anderen zu sprechen? Weil das die Möglichkeit bietet, tatsächlich den Genuss des eigenen Lebens durch die Versicherung des Beistands aller anderen zu erhöhen. Und das fällt beim Netz weg, weswegen es wirklich ein Totenreich ist, ein Todesreich.“
Bazon Brock

Die räumlich erreichbaren Dimensionen der Menschen haben sich um ein vielfaches digital erweitert, gleichzeitig werden sie physisch immer mehr reduziert. Diese Verschiebung verändert die körperlichen und emotionalen Erfahrungen der Menschen heute. Das emotionale Erleben reduziert sich auf die rationale Ebene, was nicht zwingend mit einem Qualitätsverlust zu bewerten ist. Die physisch emotionale Erlebnisquallität verschiebt sich zu einer rationalen und digitalen Erlebnisqualität.
Wir leben in der gleichen Stadt und kommunizieren lebhaft via Computer und Mobiltelefon, ein physisch reales Treffen findet weniger statt. Wie wirkt sich diese Veränderung auf die körperlichen und psychischen Befindlichkeiten der Menschen aus? Wie weit lassen sich unsere körperlichen Sehnsüchte reduzieren? Findet ein „normales emotionales Bewusstsein“ ausserhalb unseres Körpers statt? Leben wir nur noch in unseren Gedanken, die wir beliebig nach unseren Wünschen manipulieren können. Kann sich unsere Wahrnehmung mit Emoticons zufrieden geben?

Die Recherche für das Tanzstück f2f galt der Suche nach Einblicken in die verschiedensten privaten Lebensbereiche. Mitunter braucht es auch einen ironischen Blick auf unser persönliches da sein, um unsere Gedanken und Gefühle in Bewegung zu bringen. Im Zentrum der Performance stehen die emotionalen und physischen Körper der TänzerInnen, die als Projektionsfläche für Bilder und Situationen rund um das Thema Kommunikation und Körperlichkeit im Heute dienen.

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