Eine spielerische und physikalische Forschung. Wie eine Reise von Geburt an, Spiele, Richtungen und Beziehungen entdecken.Momente des Treffens, gefolgt von denen des Abschieds. Fast tierisch.Ein Blick von einem Punkt auf viele verschiedene Konstellationen und Situationen.

Ptosis (2013) ist die zweite minimalistische, sich wiederholende Choreografie von PavlosKountouriotis.Das Prinzip hinter der Entstehung von Ptosis war „Fallen, niemals langweilig“.Das Stück besteht aus 3 Tänzern, 4 Akten, 9 Szenen, 8 Partituren und 5 Sätzen.Die Partitur für das Stück wurde mit farbigen Post-its an der Wand gemacht.Neben den formalen Mitteln der Struktur wird die Leistung auch durch a vermitteltReihe von Prinzipien für die Aufführung, darunter: "Es ist nur ein alberner Tanz", "Bestehen, Beharren,"assistieren “,„ wie wir uns fühlen, ist wie wir uns verhalten “,„ das Geschenk des Mutes anbieten “,„ es gibt keine Fehler “.

Konzept, Choreographie und Raum: Michael Langeneckert
Kostüme: Kerstin Neunes
Sounddesign: Michael Langeneckert unter Verwendung von Pan American, Dynamo, Phonophani, Mind over Midi, selectet ambient works und Ryuichi Sakamoto
Videoediting: Michael Langeneckert, Videoaufnahme: die Tänzerinnen
Assistenz und Unterstützung: Andreas Starr



„Ein Netz ohne personale Beziehung, ohne Verantwortung, ohne Verantwortungsbereitschaft, ohne Kontrolle der jeweiligen Geistesgegenwart kann man nicht sinnvoll nutzen. Im Übrigen ist alle Kommunikation auch abgehoben auf den Genuss der Anwesenheit des anderen. Warum setzen wir uns so gerne in die Kneipe, um mit anderen zu sprechen? Weil das die Möglichkeit bietet, tatsächlich den Genuss des eigenen Lebens durch die Versicherung des Beistands aller anderen zu erhöhen.

Und das fällt beim Netz weg, weswegen es wirklich ein Totenreich ist, ein Todesreich.“
Bazon Brock
Die räumlich erreichbaren Dimensionen der Menschen haben sich um ein vielfaches digital erweitert, gleichzeitig werden sie physisch immer mehr reduziert. Diese Verschiebung verändert die körperlichen und emotionalen Erfahrungen der Menschen heute. Das emotionale Erleben reduziert sich auf die rationale Ebene, was nicht zwingend mit einem Qualitätsverlust zu bewerten ist. Die physisch emotionale Erlebnisquallität verschiebt sich zu einer rationalen und digitalen Erlebnisqualität.
Wir leben in der gleichen Stadt und kommunizieren lebhaft via Computer und Mobiltelefon, ein physisch reales Treffen findet weniger statt. Wie wirkt sich diese Veränderung auf die körperlichen und psychischen Befindlichkeiten der Menschen aus? Wie weit lassen sich unsere körperlichen Sehnsüchte reduzieren? Findet ein „normales emotionales Bewusstsein“ ausserhalb unseres Körpers statt? Leben wir nur noch in unseren Gedanken, die wir beliebig nach unseren Wünschen manipulieren können. Kann sich unsere Wahrnehmung mit Emoticons zufrieden geben?

Die Recherche für das Tanzstück f2f galt der Suche nach Einblicken in die verschiedensten privaten Lebensbereiche. Mitunter braucht es auch einen ironischen Blick auf unser persönliches da sein, um unsere Gedanken und Gefühle in Bewegung zu bringen. Im Zentrum der Performance stehen die emotionalen und physischen Körper der TänzerInnen, die als Projektionsfläche für Bilder und Situationen rund um das Thema Kommunikation und Körperlichkeit im Heute dienen.

Konzept, Bühnen/Kostüm/Lichtbild: Valentina Cabro

Choreografie: Valentina Cabro in Zusammenarbeit mit den TänzerInnen
Musik: Sascha Henkel

Eine Produktion von SOZO, der Paluccaschule Hochschule für Tanz Dresden/ Masterstudiengang Choreografie/ Masterarbeit SS 2010 und Valentina Cabro.



„Jeder Bewohner von Eudoxia vergleicht die unbewegliche Ordnung des Teppichs mit einem eigenen Bild der Stadt, mit einer eigenen Angst, und jeder kann zwischen den Arabesken eine Antwort, die Erzählung seines Lebens, die Wendungen des Schicksals finden.“ (Italo Calvino, Die Unsichtbaren Städte)

Choreographie: nach Hans Henning Paar

Musik: Igor Stravinsky
Es tanzen: Anna-Lena Bock (als Gast), Susanne Horn, Lisa Oettinghaus, Mirjam Rauch, Sara Riash, Sarah Scheer, Mareike Steffens, Verena Voss.



Paar über „Le Sacre du printemps“ (Ausschnitt aus Programmheft…Kassel 1999):
Für mich ist die Musik von „Le Sacre du printemps“ sehr menschlich. Menschlich heißt hier nicht im Sinne des Humanismus, sondern eine Musik, die alle menschlichen Empfindungen ausdrückt: von der Zartheit der Liebe über Religiosität zur Erotik bis zur Aggression der Enttäuschung und sogar zur faschistoiden Gruppendynamik.
Ich spüre darin nicht die Glorifizierung des Opfers, wie sie Stravinskys Ausgangspunkt war. Es ist für mich die weitergehende Frage nach dem Opferverlangen der Menschen. Warum müssen der einzelne Mensch oder eine Gruppe von Menschen immer wieder einen anderen Menschen oder ein Gruppe von Menschen zu Opfern machen?

Choreographie: Michael Langeneckert

Musik: Sounddesign Michael Langeneckert unter Verwendung von „Trentemöller, the last resort“
Es tanzen: Susanne Horn, Lisa Oettinghaus, Mirjam Rauch, Sara Riash, Mareike Steffens.




Es ist mitunter schwierig abzugrenzen, ob ein gefährlicher Zustand in einer Menschenmenge zu einer Massenpanik geführt hat, oder ob eine Massenpanik einen gefährlichen Zustand herbeigeführt hat. Im Tanzstück „Stampede“ geht es um Menschen, die in Bedrängnis geraten. Wie verhalten sich die Menschen, wenn sie sich in einem abgeschlossenen Raum befinden? Wenn sie plötzlich in eine existentielle Situation geraten? Es ist ein Spiel mit der Zeit, dem Raum und Ängsten, welches die Handlung der Darsteller beeinflusst.

 

Choeographie: Die Studenten in Zusammenarbeit mit Deborah Smith-Wicke

Musik: Pergolosi (Stabat Mater), Christian Mayer (Deluxe), Katerina Valente (Wo meine Sonne scheint), Frank Kleditzsch und Sarah Scheer (Elektrische Sound Kollage).
Es tanzen: Susanne Horn, Lisa Oettinghaus, Mirjam Rauch, Sara Riash, Sarah Scheer, Mareike Steffens, Verena Voss.



Der dressierte Leib, der sich wie blind zwischen den Schließfächern bewegt, verkörpert die Anonymität des in Ritualen gefangenen Menschen. Er versucht durch ständiges Ausbrechen Freiheit zu finden, von der äußerlich einwirkenden Dressur anderer Menschen und ihren Ritualen.
Der alltägliche fast unscheinbare Gegenstand – die Zahnbürste – wird zum geheiligten Entspannungsmittel, das Putzen als Genuss.
Die Liebe zum Gewohnten, die Sicherheit und Geborgenheit, die man dort erfährt, schlägt schnell in das Gefühl um „gefesselt zu sein“. Man will abtauchen und schlüpft schließlich doch in die alten Schuhe zurück.
Das eindringliche Summen bei einem Fehler macht die einschränkenden Grenzen eines Rituals deutlich, von denen man keinen Millimeter abweichen darf. Wut und Verzweiflung über die Enge und das eigene Scheitern münden in einen Ausbruch. Papierkugeln werden nicht mehr eintönig bearbeitet, sondern herumgeschleudert, sanft berührt und so Neuland erprobt, doch stets mit dem Gefühl des Konflikts mit dem Alten.
Es ist nichts Neues, dass Musik mit vielen Ritualen behaftet ist, aber auf einen Schlagersong die neu gewonnene Freiheit aus einem Ritual zu tanzen, lässt auf Neuland schließen.
Gedankliche Gewohnheiten begrenzen uns ebenso wie äußere Rituale, sind aber dennoch überlebenswichtig. Die Frage ist ob man sich traut, aus seiner Gedankenwelt herauszutreten und sich dann möglicherweise auf ein Gegenüber einlassen zu können.
Die Liebe zum Ritual zeigt sich in der detailgetreuen, individuellen Auseinandersetzung beim An- und Ausziehen, wird zwanghaft im luftdichten Verpacken allen Materials und doch steht immer wieder das Austesten von etwas Neuem an. Der Mensch und sein Ritual - eine so genannte Hass-Liebe?

 

Es tanzen: Susanne Horn, Lisa Oettinghaus, Sara Raish, Mirjam Rauch, Sarah Scheer, Mareike Steffens, Maria Ulvestad, Verena Voss.

Choreographie/Concept/Dramaturgie: Deborah Smith-Wicke in Zusammenarbeit mit den Studierenden der Bühnentanzausbildung, SOZO visions in motion.


Ein Tanztheaterstück über Sehen und Gesehenwerden.
Ein Augenblick. Versinken in den Tiefen des Gegenübers, vom Gegenüber verschlungen werden - echtes Grauen?
Sind Augen tatsächlich ein „Spiegel der Seele“, erzählen sie uns die Wahrheit? Findet man dort Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit?
Der idealneutrale Blick in Mitteleuropa liegt Messungen zufolge bei einer Länge von 1/6 Sekunden. Werde ich länger als drei Sekunden angeblickt, entsteht Stress – der Blick des anderen kann körperlich schmerzen.

Musik: Wim Mertens, Michael Nyman, Wolfgang Hafner, René Aubry, Yann Tiersen
Sound und Stimme: Sarah Scheer
Aufnahme und Mix: Roland Oumard

Bühne:
Concept: Deborah Smith Wicke
Gestaltung: Michael Wicke
Weiße Kugeln: Darius Voehring
Beleuchtung: Christain Franzen
 

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